Warum E-Bücher?

Für mich ist ein wesentliches Argument für elektronische Bücher, dass es immer schwieriger wird, Texte abseits der Sach- und Ratgeberliteratur oder der Bestseller zu publizieren. Vielleicht haben Verlage nicht mehr genug Personal oder Geld, oder vielleicht lesen die meisten Menschen keine anspruchsvollen Bücher mehr. Vielleicht hat das Internet die traditionellen Vertriebswege zerstört. Möglicherweise ist es eine Kombination aus alledem. Ich habe den Eindruck, dass handwerklich gut gemachte und herausfordernde Texte mittlerweile selten als gedruckte Bücher erscheinen.

Ich sehe elektronische Bücher als eine Lösung des Problems. Viele gute Texte werden zukünftig zuerst im Internet erscheinen. Dadurch wird es auch möglich, Texte durch die Zusammenarbeit mit Menschen in aller Welt zu verbessern. Viele erfolgreiche Bücher werden meines Erachtens zukünftig erst im Internet ihre Relevanz beweisen und dann in einer gedruckten Fassung in einem Verlag erscheinen. Diese zwei Welten sind für mich kein Gegensatz; sie sind vereinbar.

Anders als gedruckte Bücher sind elektronische Bücher ausschließlich ein Produkt der Computertechnik und bringen damit neben den Vorteilen auch die Herausforderungen dieser Technik mit sich.

Das Dateiformat EPUB

Die elektronischen Bücher, die ich meine, ermöglichen eine dynamische Anpassung des Textes an die jeweilige Bildschirmgröße. Egal ob man das Buch auf einem kleinen Lesegerät oder an einem großen PC-Bildschirm liest, der Text sollte immer gut lesbar sein. Ein solches Buch hat deshalb auch keine Seitenzahlen oder einen bestimmten Seitenumfang, es gleicht in dieser Hinsicht eher einer dynamisch veränderbaren Internetseite als einem gedruckten Buch.

Elektronische Bücher sollten meiner Meinung nach datentechnisch einem sogenannten "offenen Standard" entsprechen, also nicht die geheimgehaltene Technik einer einzigen Firma sein. EPUB ist für E-Books das beste Format. Der Standard dafür wird vom International Digital Publishing Forum festgelegt, einer Standardisierungsorganisation vieler großer Computerfirmen und Verlage mit Sitz im kanadischen Toronto. Ein elektronisches Buch in diesem Format erkennt man daran, dass es die Dateiendung ".epub" hat. Andere Formate wie Amazon Kindle (Dateiendung ".azw") oder Microsoft LIT (Dateiendung ".lit") finde ich nicht empfehlenswert, da sie nur mit bestimmten Geräten oder Programmen gelesen werden können. Solche Bücher sind für viele andere Menschen wertlos.

Spezielle Lesegeräte

Es gibt eine ganze Reihe von Lesegeräten, die speziell für E-Bücher gedacht sind. Empfehlenswert sind vor allem die Geräte mit einem Bildschirm aus "elektronischem Papier" (die Bildschirme stammen beispielsweise von den Firmen E-Ink, SiPix oder LG Display). Diese Lesegeräte haben nichtleuchtende Anzeigen, die auch als "reflektive Displays" bezeichnet werden, weil sie das in der Umgebung vorhandene Licht zur Darstellung nutzen und reflektieren. Im Unterschied dazu hat ein Computerbildschirm meist eine Hintergrundbeleuchtung. Der Vorteil von elektronischem Papier ist die gestochen scharfe Auflösung, die langes und entspanntes Lesen an einem elektronischen Gerät ermöglicht, auch draußen.

Bis auf das Gerät "Amazon Kindle" sind sämtliche Lesegeräte mehr oder weniger empfehlenswert. Sie kosten heute zwischen einhundert und zweihundert Euro. Auf der Preisvergleichseite des Computerverlags Heise kannst du dir einen nach dem Preis sortierten Überblick über die derzeit in Deutschland verfügbaren Geräte mit elektronischem Papier verschaffen. Die Bildschirmdiagonale, also die Länge beispielsweise von links unten nach rechts oben, ist normalerweise zwischen 13 und 15 Zentimeter (5 bis 6 Zoll), wobei der größere Bildschirm ungefähr der Größe der bekannten gelben Reclam-Bücher entspricht. Auf dem aktuellen Stand und deshalb empfehlenwert sind die Kobo-Geräte "Kobo Glo HD" oder "Kobo Aura H2O" und das von den großen deutschen Buchhandelsgesellschaften geförderte "Tolino Vision 3HD". Das Gerät "Amazon Kindle" ist nicht empfehlenswert, weil es technisch nicht in der Lage ist, das Format EPUB zu lesen.

Anwendungen für den Computer

Es gibt nur wenige Anwendungen für den normalen Computer, mit denen man elektronische Bücher auch bequem am Bildschirm lesen kann. Mit "bequem" meine ich eine Unterteilung in kurze Zeilen und mehrere Spalten, die automatische Anpassung der Schriftgröße an den Bildschirm, bequemes Weiterblättern der  "Seiten" und das Springen zwischen einzelnen Kapiteln, beispielsweise mithilfe eines Inhaltsverzeichnisses.

Für empfehlenswert halte ich derzeit die Erweiterung "EPUBReader" des Internet-Browsers Firefox. Dieses Programm lässt sich einfach installieren, indem du das Menü "Extras" in Firefox und dort "Add-ons" auswählst. In die Suchzeile einfach "EPUBReader" (ohne Anführungszeichen) eingeben. Wichtig ist, dass die Auswahl "Verfügbare Add-ons" angeklickt ist. Dann einfach auf "Installieren" neben dem Eintrag "EPUBReader" klicken. Den Firefox-Browser nach der Installation beenden und neu starten. Das Programm ist nun installiert und kann benutzt werden.

Ein elektronisches Buch öffnest du von der Festplatte oder einem anderen Datenträger, indem du das Hauptmenü "Datei" im Firefox-Browser und dort den Befehl "Datei öffnen" auswählst. Du klickst dich im darauf erscheinenden Dateimanager bis zur Datei durch, klickst auf den Dateinamen und dann auf die Schaltfläche "Öffnen". Das E-Buch öffnet sich im Browserfenster. Es wird dabei auch automatisch dem "Katalog" des EPUBReaders hinzugefügt.

Wenn du auf einer in Firefox geöffneten Internet-Seite ein elektronisches Buch zum Herunterladen anklickst, wird es automatisch in einem neuen Reiter mit dem EPUBReader geöffnet, ohne dass du etwas tun musst. Das Buch wird dabei auch im "Katalog" des Programms unter "Private Bibliothek" abgespeichert. Diesen Katalog öffnest du über das Hauptmenü "Extras" des Firefox (dort: "ePub-Katalog"). Falls du das Buch zusätzlich in deinen normalen Dateien speichern willst, klicke auf das Diskettensymbol ("Kopie speichern"). Dies ist zur Datensicherung empfehlenswert.

Benutzung von "EPUBReader"

Mit der unteren horizontalen Leiste wird das Lesen gesteuert. Durch Klicken auf das Piktogramm einer Seite mit einem roten Lesezeichen ("Lesezeichen setzen") setzt du ein Lesezeichen für die Seite, die du gerade liest. Du kannst nur ein Lesezeichen setzen. Durch erneutes Lesezeichensetzen wird das vorherige überschrieben. Beim Schließen des elektronischen Buches wird das Lesezeichen gespeichert. Bei erneutem Öffnen wird das Buch auf der Seite geöffnet, auf der du das Lesezeichen gesetzt hast.

Mit den blauen Pfeilen kannst du im "Buch-Modus" entweder seitenweise oder kapitelweise blättern. Seiten umblättern kannst du auch mit den Tasten "Pfeiltaste links" und "Pfeiltaste rechts". Durch Klicken auf das Piktogramm einer Seite mit einem horizontalen und einem vertikalen Pfeil ("Lesestil ändern") schaltest du hin und her zwischen der einspaltigen Anzeige des "Website-Modus", in dem du nur kapitelweise blättern und wie bei einer Internetseite scrollen kannst, und einer mehrspaltigen echten E-Buch-Anzeige, in der du seiten- und kapitelweise blättern und nicht scrollen kannst ("Buch-Modus").

Der Lesestil "Website" bietet den Vorteil, dass du gesamte Kapitel mit der normalen Suchfunktion (STRG + F) nach Schlüsselwörtern durchsuchen kannst. Im August 2012 funktionierten Verweise (beispielsweise Fußnoten) im Buch-Modus auch nicht, dafür aber im Website-Modus.

Mit den beiden Piktogrammen ganz rechts kannst du die Schrift verkleinern und vergrößern. Dazu kannst du auch die Tasten "+" und "-" verwenden. Am besten funktioniert das mit den Tasten des Nummernblocks.